Das Muslimische Forum Deutschland – Interview mit Erdal Toprakyaran (1)

Toprakyaran

Jun.-Prof. Dr. Erdal Toprakyaran (Foto: Hochschulkommunikation Uni Tübingen)

Die Gründung des Muslimischen Forums Deutschland im April 2015 als neuer Ansprechpartner für die Politik und als Stimme für eine laut eigener Angabe “Mehrzahl der in Deutschland lebenden und bisher nicht vertretenen Muslime” rief geteilte Reaktionen hervor. Neben lobenden Worten für diese neue Alternative zu den “konservativen Verbänden” auf der einen Seite war auch eine Reihe von Kritiken und Bedenken insbesondere von muslimischen Stimmen zu hören. Ich selbst konnte mich einer Reihe von Fragen wie der nach der Rolle der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung bei der Gründung und Finanzierung des Forums anschließen. Der eigentliche Grund meines Interesses an der Thematik lag jedoch an der Beteiligung zweier Direktoren der noch sehr neuen universitären Zentren für Islamische Theologie in Deutschland. Angesichts der zu erwartenden politischen Brisanz des Forums schien mir das als bedenklich für den Ruf der jungen Islamischen Theologie in Deutschland, sowohl in akademischer Hinsicht, als auch hinsichtlich eines möglichen Vertrauensverlustes seitens der muslimischen Community.

Dankenswerterweise meldete sich bald darauf der Direktor des Zentrums an der Uni Tübingen Herr Jun.-Prof. Dr. Erdal Toprakyaran, der zu den fünfzehn Gründungsmitgliedern des Forums zählt, bei mir und bot mir ein Interview zu den kritischen Fragen an. Ich willigte sehr gerne zu und veröffentliche hiermit für alle Leser, die sich für die Debatte um das Forum und überhaupt für den nicht unproblematischen öffentlichen Islamdiskurs in Deutschland interessieren, erstmals dieses umfangreiche Interview, in dem ich eine Reihe der virulenten Fragen stellen konnte und viele weiterführende Antworten erhielt. Das Interview ist in drei Leitfragen untergliedert: Versteht sich das Forum als liberalen Gegenentwurf den den “konservativen” Verbänden, wie in den Medien zu lesen war? Wie genau sieht die Beteiligung der Konrad-Adenauer-Stiftung aus? Welche Rolle spielen die Direktoren der Zentren für Islamische Theologie und die nichtmuslimischen Gründungsmitglieder? Herr Toprakyaran gab mir hierzu sehr ausführliche Antworten, die in Anbetracht der heftigen Kritiken Beachtung verdienen.

Ist das Muslimische Forum Deutschland ein liberaler Gegenentwurf zu den „konservativen Verbänden“?

Hakan Turan: Die Teilnehmer Ihres am 11. April 2015 geründeten Forums möchten laut Gründungserklärung „der Mehrzahl der in Deutschland lebenden und bisher nicht vertretenen Muslime Gehör verschaffen“ . In einem Artikel auf Welt online war dazu nun eine ganze Reihe weiterer Statements zu lesen. Zum einen hieß es darin, dass das Muslimische Forum Deutschland keine Konkurrenz zu den traditionellen Verbänden sein soll und auch kein Ersatz, sondern vielmehr eine Ergänzung. Zugleich wurde das Forum im Artikel aber auch als „Gegenentwurf zu den konservativen Verbänden“ bezeichnet. Darum meine Frage: Ist Ihr Forum ein Gegenentwurf zu den Verbänden, weil diese Ihnen zu konservativ sind?

Erdal Toprakyaran: Dazu kann man erst einmal sagen, dass jetzt schon in den Medien viel geschrieben wurde, was missverständlich ist.  Wir haben den Text der Gründungserklärung gemeinsam diskutiert und verfasst und am Ende einstimmig gebilligt. Es ist nicht alles zu hundert Prozent die Meinung jedes Einzelnen von uns, aber es ist der Text, auf den wir uns geeinigt haben und mit dem wir alle leben können, und hinter dem wir auch stehen.

Was aber danach in verschiedenen Zeitungsartikeln geschrieben und wurde, und was auch einzelne Initiatoren dann auch gesagt haben, das ist nicht unbedingt verbindlich für das gemeinsame Unternehmen. Und was ist jetzt sage, ist meine Meinung und ist jetzt nicht verbindlich für die anderen Initiatoren. Wir wollten eben diese Diskussion starten und da wird es selbstverständlich auch viele Meinungen geben, auch unter den Initiatoren, die teils unterschiedlich sind.

Also ich sehe das Forum ganz klar auch als Ergänzung der Verbände und nicht als Konkurrenz, und ich denke auch, dass wir langfristig gut mit den Verbänden zusammenarbeiten werden. Das tun wir ja jetzt schon.

Turan: Als Forum oder als Individuen?

Toprakyaran: Als Individuen. Die meisten von uns arbeiten jetzt schon sehr eng mit den Verbänden und verschiedensten muslimischen Institutionen zusammen. Das wird natürlich weitergehen.

Turan: Sie verstehen sich als Forum. Aber sind die traditioneller orientierten Muslime im Moment nicht unterrepräsentiert bei Ihnen?

Toprakyaran: Die können natürlich dazukommen. Jetzt ist es natürlich so, dass fünfzehn Leute zusammengekommen sind, die auch ganz bewusst keine Repräsentanten von Verbänden sind um das erst einmal anstoßen zu können. Wir sehen ja auch schon an den Reaktionen, wie heikel diese ganze Sache ist. Es hätte durchaus sein können, dass wir noch fünf Jahre diskutiert hätten und nichts wäre passiert, wenn wir versucht hätten alle mit an Bord zu nehmen, was auch zur Debatte stand. Es gab durchaus Stimmen unter uns fünfzehn, die gesagt haben: „Wir müssen uns viel breiter aufstellen und zuerst mit allen reden.“ Aber das hätte dann eventuell noch Jahre gedauert. Die aktuellen Probleme sind jedoch so ernst, dass wir uns am Ende darauf geeinigt haben, dass wir keine Zeit verlieren können. Man nimmt dann die Leute, die sich in diese Richtung schon aktiv engagiert und sich in diese Richtung geäußert haben.

Turan: Sie haben gesagt, die Probleme seien schon so ernst – welche Probleme meinen Sie?

Toprakyaran: Wenn man sich etwa den „Islamischen Staat“ anschaut und seine Radikalität, und wie viele junge Menschen aus Deutschland nach Syrien gegangen sind. Wenn wir uns die Flüchtlingskatastrophe anschauen, und dass wir Muslime dazu noch überhaupt keine Stimme haben. Wenn man sich die Arbeitslosigkeit und insgesamt die Umweltzerstörung anschaut. Es gibt so viele gesellschaftliche Probleme und wir Muslime haben dazu meistens nicht zu sagen. Wir reden immer nur, wenn es um islamische Theologie geht oder um Religionsunterricht. Aber wenn es um Flüchtlinge geht, haben wir anscheinend überhaupt nichts zu sagen.

Das ist kein Vorwurf an die Verbände. Es wurde ja auch immer wieder zu recht gesagt: „Was sollen die denn noch alles machen?“ Die machen ja schon sehr viel Arbeit. Man sollte auch nicht zu viel von den Verbänden erwarten, sondern einfach dann mit anpacken. Und das tun wir jetzt. Wir warten nicht darauf, dass die Verbände nun auch die Flüchtlingskatastrophe in Angriff nehmen und lösen, sondern wir als engagierte, intellektuelle Muslime tun uns zusammen und wollen darüber diskutieren.

Und wir nennen uns ja auch ganz bewusst nicht theologisches Forum. Es sind zwar auch Theologen dabei, aber es sind auch Journalisten und ganz unterschiedliche Berufsgruppen dabei und wollen eher gesamtgesellschaftliche Probleme angehen, aber mit muslimischem Fokus. Hier kommen also schon Muslime zusammen, oder zumindest Leute, die stark am Islam interessiert sind.

Turan: In der Gründungserklärung heißt es aber auch, dass die Positionen islamisch-theologisch fundiert sein sollen. Ist das nicht ein zu hoher Anspruch für ein nicht theologisch orientiertes Forum?

Toprakyaran: Wir haben schon einen wissenschaftlichen Anspruch. Das ist ja das Grundübel an der ganzen Islamdebatte in Deutschland, dass sie auf einem sehr niedrigen Niveau geführt wird, dass da also kaum über Differenzen und Hintergründe nachgedacht, dass sehr viel pauschalisiert und mit Stereotypen gearbeitet wird. Theologischer Anspruch heißt eigentlich nur, dass wir über alles wissenschaftlich reflektiert diskutieren wollen.

Turan: Ihnen geht es also nicht darum alle Ihre Positionen aus Koran und Sunna abzuleiten?

Toprakyaran: Nein. So etwas, würde ich sagen, ist eher eine Aufgabe der Verbände. Und die machen das auch nicht immer, wenn es um gesellschaftliche Probleme geht. Aber es geht uns nicht darum eine eigene Theologie zu entwickeln, sondern wir kommen zusammen und diskutieren über alles Mögliche. Was dann später daraus wird, können wir heute nicht wissen. Gesellschaftliche Dynamiken und Diskurse sind oft voller Überraschungen. Es könnte auch in zwei Monaten wieder am Ende sein. Das ist jetzt ein Versuch und wir sind alle gespannt, wie es weitergeht.

Turan: Dr. Thomas Lemmen, der Experte für christlich-islamischen Dialog im Erzbistum Köln hat in einem Interview gesagt: „Das ist eine Interessenvertretung liberaler Muslime.“ Ist das so?

Toprakyaran: Ich habe meine Probleme mit diesen Etiketten. Wenn Sie in den Gründungstext schauen, dann sehen sie auch , dass kein einziges Mal das Wort „liberal“ vorkommt. Auch „Aufklärung“ und all diese Begriffe kommen nicht vor. Nur „humanistisch“ kommt einmal vor. Humanistisch verstehen wir im Sinne von Menschenrechten. Um nicht ganz beliebig zu sein, war es an einigen Punkten wohl doch wichtig das Wort „humanistisch“ zu benutzen, aber „liberal“ kommt kein einziges Mal vor. Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn andere uns als liberal bezeichnen, oder als zivil, modern oder aufgeklärt. Es wird sicher auch einige geben, die uns sogar als konservativ bezeichnen oder sonstige Dinge vorwerfen werden. Diese Zuschreibungen von außen sind okay, ich kann damit leben. Aber es ist nicht unsere Absicht hier zum Beispiel Lamya Kaddors Liberal-Islamischen Bund oder ihre Zielsetzung umzusetzen. Sie ist eine der Initiatoren und auch einige andere bezeichnen sich sicher als liberal. Aber ich gehöre nicht zu den denen, die sich als liberal bezeichnen. Ich gehöre auch nicht zu denen, die sich als konservativ bezeichnen.

Turan: Wie würden Sie sich bezeichnen?

Toprakyaran: Wenn überhaupt, dann würde ich mich als akademischen Muslim bezeichnen. Alle anderen Zuschreibungen sind nicht meine eigenen Zuschreibungen, aber ich würde sie auch nicht ablehnen.

Turan: Sie wollen die Stimme humanistisch orientierter Muslime vertreten. Ferner schreiben Sie: “Wir lehnen religiös begründete Traditionen und Gesetze ab, die im Widerspruch zu den Menschenrechten bzw. zum deutschen Gesetz stehen.” Das klingt fast so, als ob die traditioneller orientierten Muslime nicht gesetzestreu wären. Ist das so gemeint? Oder wovon grenzen Sie sich hier ab?

Toprakyaran: Also auch hier wird die ganze Debatte um Begriffe unsachlich geführt. Ich habe mir mal die Texte von verschiedensten Verbänden und anderen Leuten angeschaut, was die für Statements abgeben und wie sie sich selbst bezeichnen. Und meistens sind die Namen sehr ambitioniert. Ich wäre aber nicht auf die Idee gekommen zu fragen: Moment mal, wenn ihr euch als Demokraten bezeichnet, heißt das, das wir keine sind? Wenn sich beispielsweise die UETD als Union Europäisch-Türkischer Demokraten bezeichnet, heißt das dann, dass die alle türkischen Demokraten in Europa vertreten? Heißt das, dass der, der dort nicht Mitglied ist, kein Demokrat ist? Also das ist ein unglaublich ambitionierter Name. Und so sind fast alle Namen. Auch die Namen der Verbände sind immer seht ambitioniert. Da heißt es „Türkisch-Islamische Union“. Heißt das jetzt, dass das eine vollendete Union ist, und dass die, die dort nicht Mitglied sind, nicht zur türkisch-islamischen Union gehören?

Die Namen sind immer sehr ambitioniert. Aber da jetzt eine Psychologie zu entwickeln, dass man dann immer fragt „Werden wir das jetzt ausgeschlossen, oder was?“, halte ich nicht für gerechtfertigt. Zumindest sollten die Leute, die selbst solche ambitionierten Namen verwenden, sich nicht ärgern, wenn es andere auch tun. Nirgends im Text steht, dass die anderen nicht Humanisten oder keine Demokraten sind.

Aber wenn das jemand selbst aus dem Text für sich ableiten möchte, dann kann er das natürlich tun. Das ist mit jedem Text und jeder Aussage möglich. Wir wollten nur verdeutlichen, was uns wichtig ist, und nicht sagen, dass andere nicht so und so sind, oder dass nun alle Demokraten zu uns kommen müssen, oder dass nur bei uns Demokraten sind. Solche Formulierungen sind bei uns nicht drin, es ist alles sehr moderat formuliert. Wenn Leute da trotzdem irgendwelche Ausschlussmechanismen hinein interpretieren, dann ist das ihre Sache.

Turan: Ein solches Hineininterpretieren wäre dann aus Ihrer Sicht also ein Missverständnis.

Toprakyaran: Natürlich wäre das ein Missverständnis. Natürlich wird es weiterhin Demokraten in der DITIB geben. DITIB sind mehrheitlich Demokraten, ebenso bei Milli Görüş, bei VIKZ und bei ZMD. Das heißt nicht, dass diese Leute keine Demokraten sind. Auch sie können sich im Text wiederfinden und kommen und mitmachen. Es soll niemand ausgeschlossen werden. Jeder, der sich mit diesem Text identifizieren kann, kann kommen.

Die Leute, die uns kritisieren, weil wir uns „muslimisch“ oder „Deutschland“ nennen, sollen erst gucken, wie sie sich nennen und wie ambitioniert die eigenen Erklärungen und Aussagen sind, und uns dann kritisieren.

Turan: Das Problem ist vielleicht auch, dass viele Medien aus Texten wie dem Ihren dann doch so exklusive Dinge ableiten wie: „Das Muslimische Forum zeigt, dass der Islam nicht nur Probleme für Deutschland bereithält.“. Andere Muslime fühlen sich durch solche Deutungen dann verständlicherweise ausgegrenzt. Wie stehen sie zu solchen medialen Zuspitzungen?

Toprakyaran: Ich denke, dass Verbandsvertreter und andere öffentliche muslimische Akteure erfahren genug sind um zu wissen, wie so etwas funktioniert. Sie sind selbst oft Opfer medialer Verzerrungen. Mich wundert es sehr, dass Leute, die selbst Opfer medialer Verzerrung wurden, dies nun auf uns anwenden und sich jetzt anscheinend überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass sie vor kurzem selbst wegen ähnlicher medialer Darstellungen angegriffen wurden. Es scheint, dass manche da nicht reflektiert genug sind.

Turan: Ich hätte noch eine Frage zur Ablehnung von religiös begründeten Traditionen und Gesetzen, die den Menschenrechten oder dem deutschen Gesetz widersprechen, wie es in Ihrer Erklärung heißt. Bedeutet dies, dass das Forum beispielsweise Koranverse ablehnt, deren Inhalt dem Grundgesetz widerspricht, oder bedeutet dies nur, dass Sie solche Koranverse nicht praxisrelevant machen wollen?

Toprakyaran: Für mich bedeutet das natürlich das zweite. Ich persönlich bin ohnehin davon überzeugt, dass es im Koran nichts gibt, was den universalen Menschenrechten oder dem Grundgesetz widersprechen würde. Das ist alles eine Frage der Interpretation. Bei einem wissenschaftlich-theologischen Umgang mit dem Koran, und wenn man die Aussagen historisch-kontextuell einordnet, dann sehe ich da auch kein Problem. Es geht hier nicht darum den Koran in Einklang mit Grundgesetz und Menschenrechten zu bringen – richtig verstanden steht der Koran schon in Einklang damit. Andere mögen das anders sehen, dass man zum Beispiel Teile des Koran für ungültig erklärt, aber das ist wie gesagt nicht meine Position.

Turan: Aber können nicht trotzdem Widersprüche bleiben? Wie geht man dann mit solchen Widersprüchen um?

Toprakyaran: Ich würde sagen sachlich und wissenschaftlich, sodass man darüber diskutiert und sich überlegt, wie wir damit umgehen. Ich selbst habe für all das eine Lösung. Die Gespräche werden zeigen, wie man dann damit umgeht. Selbst wenn man manches nicht historisch kontextualisieren kann, so bleiben doch Interpretationsspielräume. Wie die [islamischen – HT] Philosophen festgestellt haben: Zwischen Vernunft und Offenbarung kann es keine Widersprüche geben. Man muss dann weiter nachdenken und forschen bis man geklärt hat: Was bedeutet dies alles für unsere heutige Zeit? Widersprüche müssen also diskutiert werden. Aber Muslime wie ich vertrauen dem Koran, und dass ein Einklang möglich ist.

Teil 1: Ist das Muslimische Forum Deutschland ein liberaler Gegenentwurf zu den „konservativen Verbänden“?

Teil 2: Wird das Forum durch die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung finanziert?

Teil 3: Welche Rolle spielen die Zentren für Islamische Theologie und die nichtmuslimischen Teilnehmer im Forum?


Kommentare

Das Muslimische Forum Deutschland – Interview mit Erdal Toprakyaran (1) — 1 Kommentar

  1. In der Bibel wird Gott als Jahwe, und im Koran Allah als rachsüchtiger, blutrünstiger, Unterwerfung fordernder Götze dargestellt, der gegen jene, die seine Gesetze missachten, selbst menschenverachtende Strafen fordert, und nur gegenüber seinen Anhängern barmherzig ist. Wenn nun Juden und Christen die biblischen Strafforderungen ignorieren, weil sie den von Gott gegebenen Anspruch der Menschen auf Selbstbestimmung und Unversehrtheit achten, so stellen sie die Würde der Menschen über nicht akzeptierbare religiöse Rituale. Das war für beide Religionen ein langer Lernprozess, und die Muslime müssen diesen Weg auch gehen. Der Koran kann bleiben wie er ist, so wie auch die Bibel bleibt wie sie ist, aus der Geschichte heraus entstandene Bücher, deren Strafforderungen aus der Überlieferung zu verstehen sind, aber nicht als zwingend zu befolgendes „Wort Gottes“.
    Weil es unvernünftig wäre, aus einer Religionskritik einen Glaubenskrieg zu machen, sollten sich alle Religionen auf ihre Gemeinsamkeiten verständigen, ohne die Unterschiede zu verdecken, aber die Menschenrechte über den religiösen Ritualen zu akzeptieren. Und so, wie die Gläubigen aus jüdischen und christlichen Religionen hilfreiche Anstösse aufgenommen haben, vor allem aus den Strömungen des Humanismus und der Aufklärung, so sollten das auch jene Kräfte im Islam tun, die sich um dessen menschliche Fortentwicklung bemühen. Empfehle auch: http://www.maya70.wordpress.com/

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