Interview zum islamrechtlichen Status des IS

Frage: Was ist der IS?
 
Antwort: Der IS ist die wohl verblendedste, barbarischste, feigste und ehrenloseste Terrororganisation der Welt.
 
Frage: Aber der IS argumentiert doch islamisch – sollte man dies nicht auch erwähnen?
 
Antwort: Pfff, meinetwegen. Der IS ist neben oben Genanntem auch eine von Viren zerfressene Raubkopie des Islam. Das macht ihn nicht islamisch. Verdorbene Religion ist nicht besser als verdorbenes Fleisch. Der IS ist eine Splatter-Karikatur des Islam. Der IS vertritt ein Islamverständnis (bzw. -unverständnis), das zurecht und notwendigerweise von fast allen Muslimen und recht und billig denkenden Menschen abgelehnt wird.
 
Frage: Aber die Theologie des IS scheint doch für manche junge Leute ansprechend zu sein.
 
Antwort: Eben. Aber an dieser Stelle geht es nicht um Theologie, sondern um anderes, unter anderem um Testosteron. Merke: In der Praxis schlägt Testosteron jede noch so konservative oder liberale, steinharte oder kuschelweiche Theologie. Wir leben nicht in Zeiten der Wahrheitssuche, sondern in einer Zeit der Gier nach klar abgegrenzter und eindeutiger Identität. Die Rolle von Theologie wird überschätzt, wenn es um die Erklärung kollektiver, psychologischer und tendenziell triebgesteuerter Verhaltensmuster geht, wie es dem Habitus des IS zu eigen ist.
 
Frage: Habitus des IS?
 
Antwort: Morden, Gewaltpornos drehen und damit global exhibitionieren gehen, vergewaltigen, den Dicken geben. Das ist der IS.
 
Frage: Aber es gibt doch auch Terorrorganisationen aus anderen weltanschaulichen Zusammenhängen, sowie technologisch hoch entwickelte Unrechtsstaaten auf der Welt. Und keiner kann behaupten, dass der IS global bisher mehr Leid angerichtet hätte als der Raubtierkapitalismus. Warum werden Sie bei diesen nicht so wütend wie beim IS? Wo bleiben Ihre Verwünschungen und Wuttiraden dort?
 
Antwort: Nun, nüchtern betrachtet haben Sie Recht. Dass die Barbarei im IS unmittelbar manifest ist, ja ihr Wesen definiert, relativiert nicht die Barbarei, die in der Doppelmoral der moralisch ambivalenten Moderne als jederzeit aktivierbares – und oft genug aktiviertes – Potenzial vorliegt. Aber: Die meisten Raubtierkapitalisten und Waffenanbeter dieser Welt begehen ihre Verbrechen nicht im Namen meiner Religion. Die Verbrecherorganisation des IS hingegen hat sich mein Glaubensbekenntnis auf ihre Flagge geschrieben! Verstehen Sie? Da steht „La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasul Allah“. Diesen Satz zitieren selbst besoffene Muslime regelmäßig. Es ist unser Glaubensbekenntnis. Diese Gewaltpornodreher haben das auf ihre Flagge geschrieben. Verstehen Sie? Diese Typen sind !?#@!$“e798asfjkmsdf (längerer zensierter Abschnitt)! Verstehen Sie mich?
 
Frage: Ja, das war nicht misszuverstehen. Nebenbei: Ich wusste gar nicht, wie derb und in welch epischer Breite Sie fluchen können.
 
Antwort: Ja. Ähem. Danke. Wechseln wir das Thema.
 
Frage: Wo haben Sie dieses virtuose Fluchen gelernt?
 
Antwort: Wann immer ich versuche den IS rational mit Hilfe des Schreibens zu verarbeiten, lande ich nach ein paar Zeilen Analysen schon bei solchen originellen Verwünschungen und ganz schlimmen Ausdrücken. Und… Äh… Können wir endlich das Thema wechseln?
 
Frage: Wie ist der IS aus islamischer Perspektive einzustufen?
 
Antwort: Der IS ist wahrscheinlich genau die Art von Menschentum, vor der die Engel den Schöpfer vor der Erschaffung des Menschen warnten. Sie brachten ihre Bedenken zum Ausdruck, dass ein solches Geschöpf womöglich nur Blutvergießen und Verderben auf Erden anrichten würde (Koran, 2:30). Der IS schickt sich an die eigentlich durch die Vernunft- und Sprachfähigkeit Adams erledigten Bedenken der Engel wieder neu aufzuwerfen (Koran, 2:31-33).
 
Frage: Wie würden Sie den islamrechtlichen Status des IS beschreiben?
 
Antwort (wird wieder wütend): Pfff… Islamrechtlicher Status? Soll das ein Witz sein? Jedes im Dreck watende Wildschwein ist islamisch reiner als der IS.
 
Frage: Aber das Fleisch des Wildschweins ist doch haram. Ist da da so ein Vergleich angemessen?
 
Antwort: Und ob! Ich sagte ja nicht, dass das Wildschwein nun halal ist, nur weil es nun noch viel größere und unreinere Schweine gibt. Ich sagte nur, dass das Wildschwein im Vergleich zum IS reiner ist. Verstehen Sie? Außerdem sollten Sie solche Aussagen nicht analytisch überbewerten. Sie sind eher Absagen als Aussagen.
 
Frage: Aber mit diesem Wildschweinevergleich werden Sie arg polemisch. Ist Beleidigung ein angemessener Ton im Umgang mit so einem ernsten Thema?
 
Antwort: Stimmt, das war eine Beleidigung. Ich entschuldige mich bei allen Wildschweinen dieser Welt dafür, dass ich sie mit dem IS vergleichen habe. So eine Beleidigung hat auch das borstigste und schmutzigste Wildschwein der Welt nicht im Entferntesten verdient! Aber wo analytische Worte versagen, greift nun mal die verbale Gewalt durch, sehen Sie mir das bitte nach. Ich kann Ihnen aber versichern, dass diese Sprechweise eine immer noch vergleichsweise milde Annhäherung an das darstellt, was der IS in seinem inneren Wesen wirklich ist.
 
Frage: Danke für das Interview!
 
Antwort: Gerne!
 
(Hinweis: der Fragende und der Antwortende sind Stimmen meines inneren Teams)

Eine neofaktische Stinkefinger-Theorie

Manchmal scheint mir, das Haltbarkeitsdatum unserer Welt ist unbemerkt vor lauter „Debatten“ klammheimlich abgelaufen und eine kosmologische Kotzorgie braut sich über uns zusammen…

Dann habe ich keine Lust all das philosophisch und differenziert zu kommentieren…

Nur Lust den Hirntötern dieser Welt (mein Gott, es sind so viiiiele!) einen postfaktischen, oder noch besser: einen neofaktischen Stinkefinger entgegenzuhalten, ehe sie uns alle um das letzte bisschen Vernunft bringen…

Das wäre mein Therapievorschlag!

Am besten zur besten Mittagszeit vom Schlossplatz in Stuttgart aus, aus allen Himmelsrichtungen sichtbar, unmissverständlich und ohne jede allegorische Umdeutbarkeit…

Es ging mir schon lange nicht so…

Wenn sich alle Hoffnungsträger, klein und groß, der Reihe nach verabschieden, zu fanatischen Anhängern der Unvernunft konvertieren, sich alle für unfehlbar und makellos erklären und gekränkt sind, wenn man ihnen einen noch so kleinen Spiegel entgegenhält…

Und wer leidet? Die vielen Menschen, die etwas von diesen Hoffnungsträger auf den unterschiedlichsten Seiten hielten und erhofften.

Sie alle haben diese Idioten nicht verdient.

Am besten letztere einsperren bis zur vollständigen Genesung, ehe man ihnen je wieder ein Fünkchen Verantwortung für irgendwas überträgt…

Aber nein, das geht nicht…

Genau das ist doch die Methode der Unvernünftigen, oder?

Aber kein noch so kleiner Spiegel ist denen willkommen.

Was also tun?

Ganz einfach.

Wir bleiben einfach beim neofaktisch universalisierten STINKEFINGER, zur besten Mittagszeit, mitten vom Stuttgarter Schloßplatz aus!

Und gehen unserem Leben und unseren Pflichten nach, intensiver und leidenschaftlicher als bisher, und versuchen das Haltbarkeitsdatum der Welt durch eine Auffrischung der Reserven und durch einen Schulterschluss der Vernünftigen quer durch alle Ideologien, Parteien und Gruppen etwas zu verlängern.

Und wenn doch noch die kosmologische Kotzorgie losbricht – Gott bewahre! – dann bleibt uns wenigstens die Heiligkeit des guten Willens, die Hoffnung auf der richtigen Seite gestanden zu haben, nämlich auf gar keiner der aktuell angebotenen…

Ich bin so sauer, ey…

Was tun bei S-Bahn-Prügeleien zwischen Punks und Kanaken? (Für Fortgeschrittene)

Neulich stieg Arif an einem Freitag Abend in die Stuttgarter S-Bahn und ärgerte sich über laute Jugendliche, die sich in der Bahn mit diversen Alkoholika vollaufen ließen – trotz des ausgeschriebenen Verbots von Alkoholkonsum in öffentlichen Verkehrsmitteln. In seinem Rucksack schleppte er schon den ganzen Tag ein Buch über kulturelle Identität und seinen Laptop mit sich herum, auf dem er in freien Minuten Texte über Identitätsfragen schrieb. Nach dem Umsteigen stand er am Ende eines vollen S-Bahn-Wagens. Auf den einander zugewandten Sitzmöglichkeiten auf der linken und rechten Seite des Zuges wechselten sich von Haltestelle zu Haltestelle junge Fahrgäste ab.

Zuletzt hatte sich ein korpulenter Punk mit zwei Mädchen auf die linke Bankreihe gesetzt. Arif dachte sich, dieser Punk hätte gut als Ausstellungsstück in die aktuelle Ausstellung in der Stuttgarter Staatsgalerie über Menschenbilder aus verschiedenen den Jahrhunderten gepasst. Interessiert zählte er seine Gesichtspiercings und studierte seinen ehrwürdigen, in Violett- und Rosatönen schillernden Irokesenschnitt. Auf seinem Rücken prangte ein großer Aufnäher, auf dem ein Hakenkreuz abgebildet war, das in einen Mülleimer geworfen wurde. Der Punk hieß Marcel – und war betrunken genug, dass ihm nicht auffiel, dass Arif ihn von der Seite musterte.

Beim nächsten Halt sollte sich die gegenüberliegende Bankreihe ebenfalls füllen. Herein kamen drei junge Südländer mit Halsketten und sportlichem Outift und. Erst dachte Arif, das sind bestimmt Türken, bis er bei zweien, nämlich Özgür und Murat, Halskettenanhänger mit Kurdistanumrissen erblickte. Aha. Kurden waren das also. Sie konnten aber sicher auch Türkisch. Der dritte der Runde hieß Zamir und hatte kurzes blondes Haar. Weiter hinten saß noch ein Italiener names Alfonso, der später noch eine Rolle spielen wird. Özgür und Zamir setzten sich auf die rechte Bankreihe.

Und was tat Murat?

Na, was wohl!

Er stellte sich genau in die Mitte des Wagens, griff nach zwei Halteschlaufen an der Decke – und begann Klimmzüge zu machen. Eins, und zwei, und drei, und vier… Marcel und die beiden Mädchen auf der einen, Zamir und Özgür auf der anderen Seite sahen dem Treiben zu. „Ein Überzeugungskanake durch und durch – wenn das mal gut geht“, dachte sich Arif.

Weiterlesen

Von Vernunft und Herrschaftsverzicht

Stellt euch mal vor: Von einem Schlag auf den nächsten nehmen sich alle Menschen, die irgendwo Macht und Verantwortung haben, vor…

… sich jede Regung von Hass zu verbieten,

… auf alle noch so berechtigten Racheansprüche zu verzichten

… sofort auf Dialog auf allen Ebenen und mit allen Instanzen im eigenen Lager und in den anderen Lagern zu gehen

… auf die ihm gewährte Ausübung von willkürlicher Herrschaft über Ungefragte zu verzichten, sodass von den Geknechteten kein Widerstand mehr nötig ist

… nicht mehr nach der Identität des Gegenübers zu fragen, sondern ihn als Manifestation der selben Menschheit zu sehen, zu der er selbst auch gehört

… alle Güter, die ihm aus unverdienten Umständen heraus zufielen, gerecht unter den anderen zu verteilen und dabei keine Rechnungen auszustellen

… sich für die Lösung aller kleinen und großen Konflikte stark zu machen, selbst stets Teil von Lösungen und nie von neuen Problemen zu werden

… ein Rollenmodell für eine von Vernunft und Moral gesteuerte Persönlichkeit zu werden

… Kraft nur dort einzusetzen, wo jemand seine eigene Kraft gegen andere missbraucht

… den Krafteinsatz so rasch wie möglich wieder zu unterbinden

Was wäre das für eine Welt, wenn ein erheblicher Prozentsatz von Menschen in einer Gesellschaft quer durch alle Schichten sich vornehmen würde so zu denken und zu handeln?

Leider ist zu so viel ist die Fantasie vieler Gegenwärtiger nicht mehr ausreichend.

Irgendwas hindert sie davor aus Gedanken wie den obigen mal eine ernst zu nehmende Weltanschauung zu machen.

Eine dezentrale Ideologie, die keine politische Macht unter Kontrolle kriegen könnte, da sie der allen Menschen innewohnenden Vernunft entspringt.

Einer Vernunft, die in Kenntnis von all dem Übel ist, zu dem egoistische Unvernunft fähig ist.

Und darum sich der Selbstkritik stellt, statt erst die anderen zu kritisieren.

Stellt euch mal vor, die Vernünftigen aller weltanschaulichen Lager würden quer zu allen Fronten eine solche Entscheidung treffen und einen neuen Status Quo definieren.

Ist es denkbar, dass in so einer Welt weiterhin der Wahnsinn den Ton angibt?

Der Wahnsinn würde seine gesamte Existenzgrundlage verlieren – da sein Gegner neue Spielregeln definiert hat, die den Wahnsinn übertrumpfen, ihn überflüssig werden lassen.

Wieso ist Vernunft nicht in der Lage die selbe Kraft hervorzubringen wie der zerstörerische Wahnsinn?

Wieso organisiert sich Wahnsinn so rasch und wirksam, während Vernunft ständig einen Neustart benötigt, in der Unkoordiniertheit des Individualisten versiegt?

Wieso schämt sich Vernunft davor sich durch naive Utopien lächerlich zu machen, während Wahnsinn jedes Gefühl für Scham und Selbstkontrolle verloren hat und uns alle in die gelebte Distopie zu drängen versucht?

Wieso? Wieso? Wieso?

Zwölf Reflexionen am symbolischen Übergangspunkt der Welten in Istanbul

Nach getaner Arbeit in Istanbul bin ich gegen Abend ungeduldig mit Cem Karacas Song „Ich bin ein Nussbaum im Gülhane-Park“ in den Ohren in den Gülhane-Park gelaufen um gänzlich in der Atmosphäre Istanbuls aufzugehen und um meinen Gedanken, die mich seit Tagen begleiten, freien Lauf zu lassen. Herausgekommen sind Sammlungen von Eindrücken und Reflexionen über Fragen, die mich sehr bewegen. Fragen, deren Antworten irgendwo in meinen fragmentarischen Eindrücken von Istanbul verborgen zu liegen scheinen. Antworten, die ich entschlüsseln muss, in der Hoffnung, dass es praktikable Antworten darauf gibt. Das ist mein skizzenhaftes Ergebnis, mein vorläufiges Bosporus-Manifest auf dem Weg vom konkreten Ereignis zur grundsätzlichen Idee:

1. Fasten als kollektives Erlebnis

… fastende Menschen aller Couleur, die sich brüderlich auf dem Sultan-Ahmet Platz versammeln, es sich auf dem Boden gemütlich machen und auf das Fastenbrechen warten, und dabei so wirken, als sei der ganze Platz ein Teil ihrer Wohnung und alle Menschen um sie herum ein Teil ihrer Familie; diese unkomplizierte Haltung imponiert mir: die ganze Welt als eine gemeinsame Wohnung; dann der Sonnenuntergang, die traditionelle Kanonenkugel wird abgefeuert, der Fastentag ist beendet; die Stadt erlebt ihren zweiten Morgen…

2. Mottovorschlag

… „Wenn diese verdammte Welt ihre Tatsachen hat, so haben wir unsere Ideale.“ (D. Cündioğlu) Weiterlesen

Risikoabwägung: Verdummung oder Verunsicherung?

Seltsame Welt… Da bietet sich uns nur eine sehr beschränkte Zahl an Informationen und wir schaffen uns damit oft ein abschließendes Bild von der Welt oder erfinden somit zugleich jene Welten, in denen wir gar zu leben meinen. Dabei sind gefühlt mindestens fünfzig Millionen unterschiedliche Welten denkbar, die alle kompatibel mit den paar Informationen sind, die wir haben.

Hieraus ergeben sich zwei Möglichkeiten:

(1) Rückzug auf den inneren Status Quo – Ich setze mein Weltbild als Dogma und verschließe die Augen vor allen Dingen, die mein Weltbild in Frage stellen könnten. Ich traue allem, was ich weiß bzw. zu wissen behaupte, halte mich vor neuem Wissen fern und meide die Kontroverse. Dafür habe ich ein klares Weltbild, kann alles erklären, habe auf jede Frage eine endgültige und definitive Antwort. Es gibt nichts, zu dem ich nicht sofort eine eindeutige Meinung habe. Die Folge dieses Denkens: Gemütlichkeit, aber unter stetem Verdummungsverdacht.

(2) Kritisches Bewusstsein gegenüber dem inneren Status Quo – Ich suche gezielt nach Wissen, Kontakten und Erfahrungen, von denen ich bislang überzeugt bin, dass ich sie gar nicht benötige, oder dass sie keine Beschäftigung wert sind – denn vielleicht verbirgt sich gerade dort der Schlüssel zu einem weiteren Blick auf die Welt.  Denn der Verdacht liegt nahe, dass geschlossene Weltbilder zugleich genau mit solchen Denkverboten einhergehen, die bezwecken eben jenes Weltbild zu immunisieren. Aber warum sollte ich vor Wahrheit Angst haben? Mögliche Nebenwirkungen dieser Strategie: anfängliche Verunsicherung, permanente Rastlosigkeit, Zurückhaltung vor Absolutheitsansprüchen. Aber bitte: Ist das nicht um einiges besser als ein ständig wachsendes Verdummungsrisiko?

Der Geist des Gastarbeiters

Eben habe ich Cem Karacas „Es kamen Menschen an“ aus den frühen Achtzigern als Hintergrundmusik zu einer Dokumentation zu den ersten türkischen Gastarbeitern angehört. Das ist jedes Mal bewegend – Einblicke in die Geschichte unserer Väter, die uns nur noch vom Hörensagen bekannt ist, die aber fast alles, was wir heute sind, als was wir gesehen werden, was wir können und wobei wir wie vorprogrammiert versagen entscheidend geprägt hat.

These: Solange wir DAS nicht richtig aufgearbeitet, eingeordnet und unseren Frieden damit gemacht haben, werden wir GAR NICHTS richtig aufarbeiten.

Weil wir nämlich dabei versagen den Code zu lesen und zu verstehen, der uns schon in frühester Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Weil wir nicht verstehen, dass unser Leben Fleisch gewordene Geschichte ist, dass wir eine Rolle spielen, ohne zu wissen, zu welchem Theaterstück diese eigentlich gehört und wer der Autor war. Weiterlesen