Akif Pirinçci vs. Navid Kermani – zum Zwischenstand der Islamdebatte

Zwischenstand:

Das markanteste Produkt der islamkritischen Diskurses heißt: Akif Pirinçci.

Das markanteste Produkt des kritisch-islamischen Diskurses heißt: Navid Kermani.

These: Ein kritisch-islamischer Diskurs kann nur auf hohem Niveau arbeiten, da er den aktuellen Diskursstand intellektuell wie moralisch aufarbeiten und überbieten muss. Da seine Zwecke eher in den Kategorien von Kultur, Bildung und Humanität formuliert sind, muss er der universalen Bildung als Ideal treu bleiben.

Ein islamkritischer Diskurs hingegen kann auch auf niedrigerem Niveau arbeiten, da Intellektualität, Selbstkritik und Nachdenklichkeit seinen markanten politischen Zwecken eher im Weg stehen. Darum ist er empfänglich für Populismus besonders der rechten Art.

Der aktuelle islamkritische Diskurs zielt ab auf Veränderung der Gesellschaft durch eine ideologiekritisch vorbereitete Ausgrenzung und faktische Destruktion bestimmter sozialer Milieus. Seine Ideologiekritik ist jedoch weniger Analyse als Verschleierung des politischen Ziels einer kulturellen Homogenisierung der Gesellschaft. Statt sich individuell mit Muslimen zu befassen, zieht er die kollektive Abfertigung von Muslimen durch rein begriffliche Deduktion vor.

Reine Islamkritik ist selten. Darum sind fast alle islamkritischen Diskurse untrennbar mit einer fundamentalen Kritik der kulturell durchmischten Gesellschaft verbunden, wobei sich der Eifer der Destruktion am muslimischen Milieu entzündet.

Islam- und Integrationsdebatte sind nach wie vor eins. Darum bleiben rein theologische Argumente hier so wirkungslos.

Ein kritisch-islamischer Diskurs hingegen würde sich selbst aufheben, sobald er seine Nachdenklichkeit verliert.

Darum sollten wir mehr Hirn und Zeit in den kritisch-islamischen Diskurs investieren, statt uns auf den Diskurs der Islamkritik einzulassen.


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